Kfz-Kennzeichen in Europa

Inhalt:

Situation

In den letzten Jahren sind Nationalitätskennzeichen immer mehr außer Gebrauch gekommen, teils offiziell erlaubt, teils geduldet. Ersteres betrifft insbesondere den Verkehr innerhalb der EU mit Kennzeichen, die den blauen EU-Streifen aufweisen. Zum Teil sind diese leicht verwechselbar, sofern man nicht sehr nahe herangeht und die kleine Länderkennung lesen kann. Jedenfalls aber gibt es diverse Dubletten bezüglich der Buchstaben-/Ziffern-Kombination. Hierdurch sind Aussagen von Zeugen, die auf die Details der Gestaltung nicht geachtet haben, oft nicht eindeutig. Auch eine automatische Erkennung wird erschwert, zumal hierfür eigentlich eine größere Einheitlichkeit im Erscheinungsbild (vor allem Schriftarten) vorteilhaft ist.

Die zunächst naheliegendste Vorgehensweise, ein international einheitliches Schema von Buchstaben und Ziffern einzuführen, das eine Länderkennung beinhaltet, konnte laut Wikipedia bereits in den 1990er Jahren nicht durchgesetzt werden. Nachteile sind zum einen der emotionale Widerstand gegen eine diktierte Umstellung, zum anderen werden die Kennzeichen relativ lang (i.d.R. 8 Zeichen) und entsprechend schwer merkbar.

Ansatz / Ziele

Primäre Ziele sind:
Dabei sind folgende Rahmenbedingungen eingehalten:

Vorschlag

große Länder

Die Kennzeichensysteme der großen Länder bleiben weitgehend erhalten. Als groß gilt ein Land ab 10 Mio. Einwohnern. Einige unten ausgeführte Anpassungen sind erforderlich. Vor allem aber sind alle Sonderfälle (z.B. Diplomatenfahrzeuge, Kurzzeitkennzeichen)
Manche Schemata sind nicht vorteilhaft für zweizeilige Kennzeichen, insbesondere wenn sie auch schmal sein sollen (wie für Zweiräder). Hierfür kann dann ebenfalls das vorgenannte Schema L 999 XXX verwendet werden (bei schmalen Kennzeichen mit maximal 2 Ziffern).

mittelgroße Länder ohne regionaler Gliederung

Diese Länder benutzen das Schema "XXX 999" (3 Buchstaben, 3 Ziffern), wie bereits in diversen Ländern der Fall (Belgien bis 2008, Ungarn, Schweden, Litauen, Finnland, Zypern, in umgekehrter Anordnung Estland), aber mit einem Länderbuchstaben mit Trennzeichen vorangestellt. Ein schwedisches Kennzeichen könnte z.B. S-ABC 345 lauten. Die Verwendung von kürzeren Zahlen oder auch gar keinen Ziffern ist möglich. Umgekehrt kann als Reservemöglichkeit eine vierte Ziffer angefügt werden, was aber nicht erforderlich sein dürfte. Sofern zur Handhabung von Sonderfällen zweckmäßig, kann zusätzlich ein zweibuchstabiges Länderkennzeichen wie für kleine Länder vergeben werden.

Ausnahme: Bosnien-Herzegowina behält das aktuelle Schema, da es keinen Konflikt gibt, wohingegen der Länderbuchstabe B für das nachstehende Konzept bereits für Belgien beansprucht ist.

Bei zweizeiligen Kennzeichen werden die Ziffern vorangestellt (zumindest bei Zweirädern maximal 2 Ziffern), z.B.
34 S
ABC

mittelgroße Länder mit regionaler Gliederung

Hier gilt grundsätzlich dasselbe wie für große Länder, aber mit folgenden Unterschieden:
Alternativ besteht die Möglichkeit, die regionale Gliederung aufzugeben. Bei Ländern, denen für Sonderkennzeichen das Schema  wie bei mittelgroßen Ländern ohne regionale Gliederung zugeordnet wurde, kann dieser Länderbuchstabe ohne Weiteres auch für den Normalfall verwendet werden, d.h. mit dem Schema L-XXX 999. Andernfalls kann man entweder auf einen noch verfügbaren willkürlichen Buchstaben zurückgreifen, oder man verwendet das Schema für Sonderkennzeichen L 999 XXX auch für normale Kennzeichen und reserviert einen bestimmten Nummernkreis für Sonderfälle.

Estland, in dem es lediglich eine Zweiteilung gibt, verwendet (wie im Grundsatz schon heute) das Schema für Länder ohne regionale Gliederung.

kleine Länder

Für kleine Länder und Autonomiegebiete (bis 1 Mio. Einwohner) sowie für zwischenstaatliche Einrichtungen gilt dasselbe wie für mittelgroße Länder ohne regionale Gliederung, aber mit zwei Länderbuchstaben. In der Regel, aber nicht notwendigerweise, wird es sich dabei um den ISO-Ländercode handeln. Das Maximum liegt dementsprechend bei 3 Ziffern, es sollten 1 oder 2 Ziffern ausreichen. Zypern wird die Möglichkeit zugestanden, einen Einzelbuchstaben zu bekommen wie ein mittelgroßes Land, um sich bei den fortlaufenden Buchstaben auf die Überschneidung mit dem griechischen Alphabet beschränken zu können.

Wunschkennzeichen

Wunschkennzeichen mit Wortbildung sind möglich bei allen Schemata mit ungegliederten 3-Buchstaben-Folgen, somit u.a. bei den mittelgroßen Ländern ohne Regionalgliederung, den kleinen Ländern und in Österreich. Und zwar können diese 3-Buchstaben-Folgen auf mehr Buchstaben erweitert werden, solange die Gesamtlänge ausreicht (bei 1 Ziffer und 1-2 Buchstaben für die Länder-/Regionalgliederung sind dies bis zu 5 oder 6 Buchstaben). Ansonsten sind natürlich innerhalb des Systems Wortbildungen unter Einbeziehung von Gebietskennungen und/oder buchstabenähnlichen Ziffern möglich, wie derzeit z.B. in Deutschland und Großbritannien angeboten.

zulässige Zeichen

Zulässig sind die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets ohne Sonderzeichen sowie die Ziffern 0 bis 9.

Buchstaben und Ziffern sollen voneinander unterscheidbar sein auch ohne Kenntnis der konkreten Schriftart, d.h. 1 und I, 2 und Z, 5 und S sollen nicht verwechselbar sein. Falls dies nicht gewährleistet ist (betrifft regelmäßig 0 und O), muss ein solcher Buchstabe in einer Gruppe zusammen mit einem anderen Buchstaben stehen und muss ggf. von einer benachbarten Ziffer mit einem Trennzeichen abgetrennt sein (nicht nur Leerraum). Für Ziffern gilt dasselbe umgekehrt. Ausnahme: In Großbritannien ist 00, 01, 10, 11 auch mit englischer Schreibweise der 1 wie I zulässig, sofern ein deutliches Trennzeichen nachfolgt, da Verwechselungen des gesamten Kennzeichens in diesem Fall nicht möglich sind.

Weitere Einschränkungen stehen den einzelnen Ländern frei.

Bei 5-stelligen Zahlen wird empfohlen, Tausenderpunkte zu setzen wie bereits in der Schweiz z.T. üblich.

geografische Abgrenzung

Zumindest ist das System in allen Ländern einzuführen, die jetzt schon offiziell gegenseitig auf Nationalitätenkennzeichen verzichten (insbesondere EU).  Teilnehmen können aber
Nicht vorgesehen ist die Teilnahme der kaukasischen und zentralasiatischen Länder einschließlich dem zu einem kleinen Teil in Europa liegenden, aber durch Russland weiträumig abgetrennten Kasachstan. Auf diese Länder ist ausreichend damit Rücksicht genommen, dass es bei den nächstgelegenen Ländern keine Änderungen gibt (Russland, Ukraine und Türkei). Somit entstehen keine neuen Überschneidungen, und soweit sie bereits bestehen, gibt es Planungssicherheit. Mit den übrigen in der Nähe Europas liegenden Ländern gibt es wegen der dort gebräuchlichen arabischen Schrift ohnehin keine Überschneidungen. Somit stellt die Neuregelung kein Hindernis für bilaterale Anerkennungen der Kennzeichen von Nachbarländern dar.

Länder im Einzelnen

Länder mit eigenem Schema

A bezeichnet genau einen Buchstaben eines Gebietskennzeichens
X bezeichnet genau einen fortlaufenden Buchstaben
K bezeichnet einen Buchstaben, der auch im kyrillischen Alphabet vorkommt (A, B, C, E, H, K, M, O, P, T, X, Y; Serbien auch J, Ukraine und Weißrussland auch I)
9 bezeichnet eine Ziffer, wobei grundsätzlich auch weniger Ziffern verwendet werden können (aber mindestens eine). Übergangsweise behalten aber diejenigen Länder, die führende Nullen verwenden, diese Systematik bei, soweit und solange es noch ein nennenswertes Verwechselungspotential mit alten Kennzeichen anderer Länder gibt.
(9) besagt, dass bei Bedarf noch eine Ziffer angefügt werden kann, momentan ist aber kein Bedarf absehbar
88 bezeichnet ein numerisches Gebietskennzeichen (Türkei) bzw. Jahreszahl (Großbritannien), hier genau 2 Stellen ggf. mit führender Null. Analog ist 8 ein einstelliges Gebietskennzeichen.

Das angegebene Kürzel für Sonderkennzeichen ist ein Angebot, d.h. das Land kann auch die Sonderkennzeichen komplett in das normale Schema integrieren, z.B. in Deutschland KK-XX 999 für Kurzzeitkennzeichen.

* beim Kürzel für Sonderkennz. bedeutet, dass das Schema wie für mittelgroße Länder ohne Gliederung zur Anwendung kommt (999 L-XXX). In den mit "z.B." angegebenen Fällen ist kein gut geeigneter Buchstabe verfügbar, es handelt sich um einen Ausweichvorschlag.

Kürzel für Sonderkennz.LandSchema für normale Kennz.AnmerkungenSchema gemeinsam mit
z.B. XBosnien-HerzegowinaX99 X 999wie bisher. Alternativ kann das bis 2009 verwendete Schema 999 X 999 wieder zum Einsatz kommen. Kürzere Kennzeichen nur 999 X 99.
BBulgarienA 99999 K und AA 99999 KOption KK am Ende entfällt wegen UkraineKroatien
DDeutschlandA(AA)-X(X) 9999wie bisher, aber Behördenfahrzeuge erhalten auch auf Landes- und Bundesebene das sonst übliche Schema mit Buchstaben. Sonderkennzeichen werden ebenfalls integriert, dort ohne regionale Gliederung (z.B. KK-XX 999 für Kurzzeitkennzeichen).

Alternativen, wenn Umstellung gewünscht:
  1. XXX-A 999, wobei A das Bundesland der Erstzulassung bezeichnet, zumindest in NRW in mehrere Bereiche geteilt. Allerdings kann der Kennbuchstabe in vielen Fällen nicht mnemonisch sein.
  2. XXX-A(A) 999, wobei A bzw. AA eine Region darstellt, die aus einem oder mehreren Kreisen oder kreisfreien Städten gebildet wird. Näheres siehe unten.
Beide Alternativen ermöglichen es, die maximale Kennzeichenlänge auf 7 Zeichen zu reduzieren. Weiterhin wird das Schema A(A)-X(X) 9999 frei und kann anderweitig zugeteilt werden.
Bei der ersten Buchstabengruppe müssen diejenigen Kombinationen ausgeschlossen werden, die bislang als Gebietskennzeichen in Verwendung sind (auch auslaufende Kennzeichen, soweit noch vorhanden).
FFrankreichXX 999 XX
mit Einschränkung des Nummernkreises wegen Italien (z.B. im Endbuchstaben, im Anfangsbuchstaben oder nur ungerade Zahlen).
bei Wegfall führender Nullen nur ein- und dreistellige Zahlen wegen Ukraine
Italien
G *GriechenlandAAX 9999(9)wie bisherevtl. Schweiz, evtl. Norwegen
GGroßbritannien und NordirlandAA (9)88 XXXwie bisher, aber auch für Nordirland (mit I = Ireland oder U = Ulster beginnend). Schema für Sonderkennzeichen bei unbekanntem Erstzulassungsjahr und bei Import von Fahrzeugen mit Erstzulassung vor 2000. (Wieder)Verwendung alter Kennzeichen nicht mehr zulässig.
I *Irland999 XXX-A(A)Wenn weiterhin das Erstzulassungsjahr Bestandteil sein soll, ist es in den Endziffern zu kodieren (dann für Dublin eventuell auch 4-stellige Zahlen).Slowakei, evtl. Mazedonien
IItalienXX 999 XX
mit Einschränkung des Nummernkreises wegen Frankreich (z.B. im Endbuchstaben, im Anfangsbuchstaben oder nur gerade Zahlen).
bei Wegfall führender Nullen nur ein- und dreistellige Zahlen wegen Ukraine
Frankreich
C *KroatienA(A) 99999 XMit zweibuchstabigen Gebietskennzeichen ist es eine Teilmenge des derzeitigen Systems. Um trotz der Einschränkung auf Einzelbuchstabe am Ende (wegen Frankreich und Italien) mit maximal 7-stelligen Kennzeichen zurecht zu kommen, bekommen einige Gebiete Einzelbuchstaben als Gebietskennzeichen mit dann bis zu 5 Ziffern: Z - Zagreb, S - Split, R - Rijeka, I - Istrien (hier nicht nach dem Hauptort P - Pula bezeichnet, weil in Bulgarien für Ruse verwendet). Ansonsten keine Änderung der Gebietskennzeichen erforderlich, da keine Überschneidung mit Bulgarien.Bulgarien
M *MazedonienAA 9999 XX,
alternativ
999 XXX-A(A)
Erste Variante wie bisher (seit 2012). Bei Wegfall führender Nullen sind nur zwei- und vierstellige Zahlen zulässig wegen Frankreich und Italien. Die zweite Variante bietet die Möglichkeit, wieder zu durchweg 7-stelligen Kennzeichen zurückzukehren (oder jedenfalls vermehrt 7-stelligen Kennzeichen, falls man dazu übergeht, nur Buchstaben zu verwenden, die auch im kyrillischen Alphabet vorkommen).Ukraine;
Alternative: Irland, Slowakei
MMoldawien9999 X(X)-A(A)Derzeitiges Schema kollidiert mit Deutschland. Falls Deutschland sofort umstellt (siehe dort unter "Alternative", kann das derzeitige Schema A(A)-X(X) 9999 beibehalten werden.Serbien, Slowenien
NNiederlande9 XXX 999so noch nicht allgemein vergeben, aber sechsstellige Variante ist zur künftigen Zuteilung bereits vorgesehen (bisher nur für Mofas)
N *NorwegenAA 99.999 oder
AAX 9999
Erstes Schema wie bisher. Einige wenige Gebietskennzeichen sind zu streichen wegen Kollision mit Schweiz. Da ein reichlicher Nummernraum vorhanden ist, ist dies unproblematisch.
Das zweite Schema ermöglicht eine Neuordnung und somit die Einführung von mnemonischen Gebietskennzeichen anstelle der derzeitigen grundsätzlich geografisch geordneten, aber mittlerweile vielfach willkürlichen Kennzeichnung. Ein Buchstabe darf nicht im griechischen Alphabet vorkommen, so dass in einigen Fällen der zweite Buchstabe nicht mnemonisch sein kann. Für Oslo wird man eine ganze Reihe gebrauchen, z. B. CA bis CZ.
erstes Schema: Schweiz;
zweites Schema: Griechenland, evtl. Schweiz
AÖsterreichAA 9 XXX,
A 9999 XX
Teilmenge des bisherigen Systems (Einschränkung wegen Kollision mit diversen anderen Ländern). Engpässe sind evtl. bei den Landkreisen der Landeshauptstädte zu erwarten (z.B. Insbruck-Land; zusätzliche Ziffern sind nicht möglich wegen Großbritannien). Es empfiehlt sich, ähnlich wie in Deutschland das Kennzeichen der Stadt mitzuverwenden und evtl. Nummernkreise aufzuteilen.

Falls es wegen Bezirksreformen verstärkt zu Engpässen kommt, ist eine Umstellung entweder auf ein ungegliedertes System (dann als mittelgroßes Land) oder auf das zweite Schema pro Bundesland gangbar. Steiermark und vorübergehend Burgenland (wg. derzeitiger Verwendung von B für Bregenz) müssten gemäß der Hauptstadt mit G bzw. E abgekürzt werden. Alternativ kann das Schema A(A)-X(X) 9999 verwendet werden, wenn es bis dahin frei geworden ist (siehe Deutschland, Alternativen).
PPolenXXX 999(9) A, alternativ AXX 999(9) XGrundaufbau Teilmenge des bisherigen Systems, übrige Abfolgen kollidieren mit anderen Ländern oder sind im Fall einzelner eingeschobener Buchstaben schlecht lesbar.
Es wird aber nur noch die Wojewodschaft eindeutig geschlüsselt, der Kreis entweder überhaupt nicht mehr, oder es werden Buchstabengruppen vergeben, die nicht zusammenhängend sein müssen. Stadt Warschau und Wojewodschaft Masowien werden aber mit W und M geteilt (bisher insgesamt W). Falls man sich für die Schlüsselung im Endbuchstaben entscheidet (auf die Dauer leichter merkbar), sind als Anfangsbuchstaben zunächst die bislang nicht verwendeten zuzuteilen; die ca. 300 verwendeten 3-Buchstaben-Kombinationen müssen langfristig ausgeschlossen bleiben.
RRumänienXXX 99(9) AA
Wegen Großbritannien wird das bisherige System umgekehrt. Bukarest erhält mehrere Gebietskennzeichen, z.B. KA, KB, KC, KD. Mit Rücksicht auf alte polnische Kennzeichen sind bestimmte Buchstabenkombinationen auszuschließen, siehe Polen. Zunächst sind nur diejenigen Anfangsbuchstaben zu verwenden, die für polnische Kennzeichen überhaupt nicht verwendet wurden (A, I, J, M, Q, V, X, Y), außer bei kurzen Kennzeichen XXX 9 AA. Dies dürfte dazu führen, dass in einigen wenigen Kreisen vorübergehend auch 8-stellige Kennzeichen zugeteilt werden müssen, auf die Dauer (nachdem die alten polnischen Kennzeichen weitgehend aus dem Straßenbild verschwunden sind) aber nicht benötigt werden.
RusslandK 999 K 88
u.a.
wie bisher (auch für Sonderkennzeichen; Ausnahme: Präsidentenkennzeichen nicht mehr ohne Gebietsnummer zulässig). Maßgebliches Erkennungzeichen ist das abgetrennte Gebietskennzeichen am Ende. Die Abtrennung ist wie bisher so zu gestalten, dass bei vorausgehenden Ziffern eine Verwechselung mit einer fortlaufenden Zahl (womöglich mit Tausenderpunkt) ausgeschlossen werden kann.

Bei der Abfolge Ziffern - Buchstaben sind Einschränkungen zu beachten, die m.W. aber keine Beschränkung der derzeitigen Situation darstellen:
  • das derzeitige Motorrad-Schema 9999 KK 88 ist mit 4 Ziffern (wie derzeit) oder 3 Ziffern zulässig, nicht kürzer
  • 9999 K 88 ist mit genau 4 Ziffern zulässig und nur, wenn nicht von Irland verwendet
  • 999 KKK 88 ist mit genau 3 Ziffern zulässig
HSchweizAA 999.999,
optional dazu
AAX 99.999
erstes Schema wie bisher
Das derzeitige Schema M 999.999 für Militärfahrzeuge kann beibehalten werden.
Das zweite Schema bietet die Möglichkeit, auf 6-stellige Zahlen zu verzichten und die Anzahl 8-stelliger Kennzeichen deutlich zu verringern. Die Kantonsbezeichnung muss hier für BE, NE, TI, ZH abweichend lauten, weil mindestens ein Buchstabe nicht im griechischen Alphabet vorkommen darf (betrifft theoretisch auch AI, wo aber das erste Schema gut ausreicht).
erstes Schema: Norwegen;
zweites Schema: Griechenland, evtl. Norwegen
SSerbien9999 X(X)-A(A)Jüngst eingeführtes Schema kollidiert mit diversen Ländern, von denen es Italien und Frankreich behalten. Das vorhergehende Schema kollidiert mit Schweiz und Norwegen und erfordert 6-stellige Zahlen.
Moldawien, Slowenien
z.B. KSlowakei999 XXX-A(A)Derzeitiges Schema kollidiert mit diversen Ländern, von denen es Italien und Frankreich behalten.Irland, evtl. Mazedonien
z.B. VSlowenien9999 X(X)-A(A)Bereinigt die derzeit recht bunte Mischung von Buchstaben und Ziffern, was nicht nur im Einzelfall Kollisionen beseitigt (z.B. kann das tatsächlich gesichtete Kennzeichen NM-MM 511 eine deutsche Dublette haben), sondern auch im Inland die Les- und Merkbarkeit verbessert.Moldawien, Serbien
ESpanien9999 XXXwie bisher
CTschechien9A9 9999 und 9 AX 9999wie bisher
TTürkei88 X 9999 und 88 XX 9999 und 88 XXX 999wie bisher
YUkraineAA 9999 KKwie bisher; bei Wegfall führender Nullen nur zwei- und vierstellige Zahlen wegen Frankreich / Italien; Gebietskennung BT ist wegen Kollision mit Mazedonien zu ändern, wenn dort nicht auf Alternativschema zurückgegriffen wird.Mazedonien
z.B. Y *Weißrussland9999 KK 8wie bisher

Länderkürzel für mittelgroße Länder

Die kursiv angegebenen Länder haben derzeit ein gegliedertes System und werden deshalb diese Kennungen womöglich nicht oder nur für Sonderkennzeichen verwenden. Weitere Buchstaben werden für Sonderkennzeichen großer Länder belegt (Griechenland, Weißrussland).
AAlbanien
BBelgien
CKroatien (Croatia)
DDänemark
EEstland
FFinnland
HUngarn (Hungary)
IIrland
KZypern (Kypros)
LLitauen
MMazedonien
NNorwegen
PPortugal
SSchweden
VLettland

Näheres zum Alternativkonzept Deutschland

Nachstehender Vorschlag hat den Zweck, auf durchweg maximal 7-stellige Kennzeichen zu kommen und trotzdem die Vorteile einer geografischen Gliederung weitgehend zu erhalten (verbesserte Merkbarkeit, Schaffung von gut bekannten Abkürzungen für große Städte, selbständige Administration in den Bundesländern).

Das neue Gebietskennzeichen wird in die Mitte gelegt, zu Beginn stehen 3 Buchstaben ohne inhaltliche Bedeutung, wobei die derzeit existierenden Kombinationen ausgelassen werden: XXX-A 999 oder XXX-AA 99. Es steht den Ländern frei, die Anfangsbuchstaben der 3-Buchstaben-Gruppe bestimmten Kreisen zuzuordnen, was allerdings i.d.R. nicht mnemonisch sein wird. Dies soll dann aber so geschehen, dass nicht alle Buchstaben sofort verteilt und verwendet werden, sondern nur entsprechend dem unmittelbar absehbaren Bedarf, der Rest bleibt Reserve.

Das Kürzel wird aus der größten Kreisstadt oder kreisfreien Stadt der Region gebildet. Eine Region liegt stets innerhalb eines Bundeslandes, ggf. innerhalb eines Regierungsbezirks. Eine weitere Unterteilung hat keine politische Bedeutung und dient nur dem Zweck, Regionen mit zwei Kennbuchstaben nicht mehr als 1,1 Mio. Einwohner groß werden zu lassen (möglichst 600.000-900.000 Einwohner), Regionen mit einem Kennbuchstaben nicht mehr als 3 Mio. Einwohner (außer Berlin, das allein schon größer ist). Diese Zahlen gelten bei Definition, d.h. bei Bevölkerungswachstum ist keine Änderung erforderlich, solange genügend Kennzeichen verfügbar sind.

Unternehmen, die eine sehr große Anzahl von Fahrzeugen zulassen (z.B. große Autovermieter, Post), erhalten Kennzeichen aus dem Pseudo-Gebiet "Q", mit dem Unternehmen in den ersten beiden Buchstaben kodiert (z.B. könnte ein Fahrzeug von Avis das Kennzeichen AVC-Q 111 haben). Hiermit vermeidet man, dass in einzelnen Regionen wesentlich mehr Kennzeichen benötigt werden, als anhand der Einwohnerzahl zu erwarten wäre.

Zweistellige Gebietskennzeichen sind ausreichend verfügbar, um durchweg mnemonische Kürzel zu vergeben. Große Ballungsräume und die großen Stadtstaaten Berlin und Hamburg sollen einstellige Gebietskennzeichen bekommen. Dies wird schwierig bei den Buchstaben D (Düsseldorf, Dortmund und Dresden) und H (Hamburg und Hannover). Ausweg:
Weitere Ballungsräume mit Einzelbuchstaben sind: Frankfurt, Köln, Leipzig, München, Stuttgart.

Wo es zweckmäßig ist und noch passende Buchstaben verfügbar sind, kann man Einzelbuchstaben auch zur Bildung relativ großer Regionen verwenden, ohne dass es sich um typische Ballungsräume handelt. Insbesondere können mehrere bayrische Regierungsbezirke jeweils ein einziges Kennzeichen bekommen: A - Schwaben (Augsburg), N - Mittelfranken (Nürnberg), R - Oberfranken (Regensburg). Weitere Vorschläge: C - Chemnitz, G - Gera, P - Potsdam.

Spezielle Kennzeichen werden für Landes- und Bundesorgane vergeben:
Die Zuordnung zum Bund und den einzelnen Ländern bei LD, PZ und VW erfolgt entweder über den ersten (bzw. bei LD zweiten) Buchstaben oder die ersten 2 Ziffern.

Weitere Sonderkennzeichen: