von Reinhard Pflüger
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Die offizielle Planung favorisiert ja eine S-Bahn über Maintal nach Hanau. Problem ist die Notwendigkeit eines aufwändigen Tunnels. Auch die Erschließungswirkung ist nicht sehr überzeugend.
Das ins Gespräch gebrachte Überland-Straßenbahn-Konzept (Zweisystemfahrzeuge) hat ebenfalls Mängel: Es sind nur sehr kurze Züge möglich (2 Wagen), und die Einbindung in Frankfurt ist ungünstig.
Ein weiterer Vorschlag war ein U-Bahn-Tunnel zum Ratswegkreisel (also wieder teurer Tunnel) und dann weiter als Zweisystemzug wie bei der S-Bahn-Lösung. Da kann man gleich das Original (S-Bahn) nehmen.
Momentan werden alle Varianten mit Mitnutzung der Ferngleise kalkuliert, was eine beengte Kapazität bedeutet. Je kürzer die Züge (Straßenbahn), desto unrealistischer erscheint mir dies. Aber auch bei der S-Bahn-Variante wird man bald über eigene Gleise nachdenken. Im Bereich Hanau West ist aber kaum Platz dafür.
Mein Vorschlag ist:
Hiervon würde auch die Straßenbahn 11 profitieren.
Die U-Bahn wird vom Ostbahnhof ein ganz kurzes Stück im Tunnel weitergeführt und kommt westlich der Launhardtstr. an die Oberfläche. Sie fährt auf einem gemeinsamen Gleis mit der Straßenbahn auf der Südseite der Hanauer Landstraße. Hier lassen sich die Hauszufahrten weitgehend an Osthafenplatz, Lindleystr. und Schwedlerstr. verlegen. Es verbleibt das Union-Gelände, das über den (auf Kosten von Parkplätzen verbreiterten) Gehweg nach Osten angeschlossen werden muss. An der Haltestelle Osthafenplatz hält weiterhin nur die Straßenbahn, an der Schwedlerstr. wird hintereinander ein hoher und ein tiefer Bahnsteig angelegt (Stuttgarter Modell).
In Höhe Leibbrandstr. wird die U-Bahn nördlich verschwenkt (die Ausstellungsfläche des Autohauses und der Parkplatz des Leuchtengeschäftes müssten verkleinert werden) und auf nicht mehr benötigtem Bahngelände weitergeführt.
Wegen der Notwendigkeit, die Gleise stärker von der Straße abzutrennen, eine größere Fahrzeugbreite zu ermöglichen und Bahnsteige zu errichten, sind nur noch 2 statt jetzt 3 Fahrspuren auf der Hanauer Landstr. möglich. Dies wird ausgeglichen durch eine Verlängerung der Ferdinand-Happ-Str. auf beiden Seiten (Honsellbrücke bis östlich Ratswegkreisel). Angesichts der Möglichkeit, den Ratswegkreisel zu umfahren, profitiert also auch der Individualverkehr.
Jenseits der Cassellastr. werden eigene Gleise bis Hanau Frankfurter Landstr. gelegt. Besondere Herausforderungen sind lediglich:
Der weitere Verlauf ist durch Hanau über den Freiheitsplatz zum Hanauer Hbf wie beim Straßenbahn-Konzept. Ein Halt ist für die U-Bahn aber jenseits der Einmündung in die Frankfurter Landstr. nur an diesen zwei Punkten vorgesehen. Die Bedienung der Zwischenstationen wird durch Straßenbahnen hergestellt.
Im Hinblick auf den Frankfurter U-Bahn-Tunnel sind 4-Wagen-Züge (à 25 m) möglich. Auch an den übrigen vorgesehenen Halten ist dies realisierbar. Da in Hanau aber auf der Straße gefahren werden muss, sind dort maximal 75 m = 3 Wagen zulässig. Längere Einheiten sind zum einen als Flügelzug aus Hoch- und Niederflur möglich, der Frankfurt Schwedlerstr. bis Hanau Frankfurter Landstr. zusammenbleibt. In Hanau fahren beide Teile dieselbe Strecke, aber mit unterschiedlicher Haltestellendichte. Hierfür müssen natürlich auch von Fechenheim bis Wilhelmsbad passende Bahnsteige (mit Niederflurteil) vorhanden sein. Zum anderen kann als Verstärkung in der Hauptverkehrszeit ein Wagen mit Klapptritten fahren, der in Frankfurt auf der gesamten Strecke angekoppelt bleibt und in Hanau ebenfalls als Straßenbahn weiterfährt. Die Stufen wären wesentlich bequember begehbar als bei den jetzigen Pt-Wagen, denn die Variation der Bahnsteighöhe geht nur von 24 bis 80 cm und nicht von 0 bis 87 cm. Gleichwohl muss eine Grundversorgung in Hanau mit Niederflurwagen sichergestellt sein. Bei Realisierung eines Straßenbahnanschlusses nach Kesselstadt wäre das aber ohnehin gegeben.
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